Genießen und Gutes tun

Genießen und Gutes tun

Genießen und Gutes tun

René Barbier, der angesehenste Winzer in der kleinen ostspanischen Region Priorat, hat eine wundervolle Rotwein-Cuvée geschaffen.

In der aus Frankreich stammenden Sippe Barbier hieß der älteste Sohn immer René. Der Erste der Reihe ließ sich nach der Reblaus-Katastrophe in Spanien nieder. In Barcelona gründete er eine Kellerei. Nachfolger René II. starb frühzeitig. Das angesehen Unternehmen geriet in heftige Turbulenzen. Der Cava-Hersteller Freixenet beanspruchte den Namen René Barbier für sich. Und gegen den damals übermächtigen Konzern Rumasa mit seinen vielen Bodegas hatte die Familie keine Chance.
René III. stand mittellos da, womit er durchaus zurecht kam. Er wohnte in einem Campingbus. Als Exportleiter einer Kellerei in der Rioja verdiente er die nötigen, für sein bescheidenes Leben völlig ausreichenden Peseten.
Eine Ferienreise in das kleine Weinbaugebiet Priorat 30 Kilometer westlich von Tarragona änderte sein Leben. Die urtümliche Landschaft ließ ihn nicht mehr los. Er blieb, legte Weingärten an und baute ein verwahrlostes Bauerngut wieder auf. Es entstand ein neues Weingut, das er Clos Mogador nannte.
Der Priorat-Pionier zog viele Kollegen an. Innerhalb von 15 Jahren entstanden 75 neue Bodegas. Nun blühte die vergessene Gegend. Zusammen mit einem Weinhändler gründete er im Nachbarort Falset ein weiteres Gut, genannt Laurona. Heute gehört es drei Herren aus der Fernsehbranche. Der 64-jährige Barbier macht die Weine.
Sein 2011er Clarena ist ein wundervoll weicher, vornehmer Tropfen mit herzhafter Frucht aus Pflaumen und schwarzen Johannisbeeren. Feine erdige Töne sind zu spüren. Das Vanille vom Holz ist nur angedeutet.
Wer diesen Wein genießt, tut auch Gutes. Von jeder Flasche geht ein Euro an die "Action Myanmar". In dieser Organisation arbeiten Ärzte, die ihren Urlaub dazu nutzen, um ohne Honorar in Burma Kranke zu versorgen.

Pit Falkenstein im Handelsblatt vom 14.11.2014