Neue Kunst in Navarra

Neue Kunst in Navarra

Falkensteins Weinmacher, 01.03.13:

Neue Kunst in Navarra

Eine begabte Önologin und ein tüchtiger Weinkaufmann gründeten gemeinsam eine Bodega in Navarra.

Es begann in Dicastillo, einem beschaulichen Städtchen in Navarra. Investoren hatten dort 1992 das mächtige, neugotische Schloss Palacio de la Vega erworben und daneben ein Weingut gebaut. Alicia Eyaralar, studierte Önologin, zierlich und temperamentvoll, betreute die gewaltige Kellertechnik. Der Betriebswirt José Maria Fraile, ellenlang und ein Ausbund an Ruhe, arbeitete als Exportleiter. Sie war damals 31, er 26 Jahre alt. Ihre Wege trennten sich, sie hielten aber stets regen Kontakt. Immer häufiger tauschten sie sich darüber aus, eine gemeinsame Bodega mit Namen „Tandem“ zu gründen. 2001 war es dann soweit. Sie fanden in Lacár südlich von Pamplona einen vertrauenswürdigen Winzer mit alten Reben. In seiner Nähe errichteten sie einen modernen Betrieb mit viel Glas, direkt am Jakobsweg gelegen. Der in den Hang gebaute Keller wurde eher traditionell ausgestattet. Alicia Eyaralar legte Wert darauf, die Weine in altmodischen Betontanks zu lagern. Natürliches Gefälle machte Pumpen überflüssig, so bleibt die Struktur des Weins erhalten. 2,8 Millionen Euro kostete die Anlage. Freunde und Angehörige halfen beim Bau des Kellers. Das Motto der Weinmacher, das auch auf dem Flaschenetikett aufgedruckt ist: „Harmonie speist sich heutzutage aus dem Prinzip der Gegensätze. Das ist seit jeher eines der obersten Prinzipien der Kunst.“

Ars Nova“ heißt eine beeindruckende Cuvée aus drei Rebsorten.
Allein der Duft dieser neuen Kunst von weißem Pfeffer, dunklen Früchten und frischer Brotrinde ist betörend. Wundersam sind die beteiligten Rebsorten zu schmecken: Kirsche für Tempranillo, Cassis für Cabernet-Sauvignon, Pflaume für Merlot. Der gehaltvolle Tropfen ist sechs Jahre alt und immer noch arg jung. Die Flaschen können getrost eine Zeit lang liegen. Der Wein lässt sich wohl schon jetzt genießen, aber bitte am Vortag entkorken und dann schmeckt das letzte Glas am besten. „Ars Nova“ verträgt ein scharfes Lammgulasch, allerdings sollte das Fleisch zuvor unbedingt ausreichend mariniert werden – am besten mit Rotweinessig und Olivenöl. 

Hier ein Überblick aller Weine der Bodega Tandem aus der D. O. Navarra::

Ars in Vitro ist lateinisch und bedeutet Kunst im Glas oder in der Flasche.

Ars Mácula bedeutet auf lateinisch "Fleck". Wie ein Fleck ist der Wein mit unauslöschbaren sinnlichen Erfahrungen verbunden.

Inmacula 2011 bedeutet frei übersetzt "makellos".

Piamater 2011 Moscatel - Ein Leckerbissen an Dessertwein von Alicia Eyaralar aus Andalusien | D. O. Málaga