Weinthema des Monats

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Rioja im Aufbruch


Liebe Freunde des guten Weines,

junge dynamische Winzer bringen in die traditionelle Szene der altehrwürdigen Bodegas, die seit dem 19. Jhdt. mit bordelaiser Knowhow Rioja zum Synonym für guten spanischen Wein machten, neuen Schwung.

Die kreativen Pioniere haben seit den 90er Jahren den Ausbau der Weißweine und der Rotweine revolutioniert. Modernisiert wurde nicht nur der Ausbau der Weiß- und Rotweine, auch die Entdeckung des Potentials der kleinteiligen Terrassen am Fuße der Sierra Cantabria und ihr getrennter Ausbau zu individuellen, komplexen Spitzenweinen entstaubte die Szene. Der Terroir-Gedanke hielt Einzug ins berühmteste spanische Weinbaugebiet und treibt die Qualität der Weine in bisher unerreichte Höhen.

Die Selektionierung und die Pflege des Terroirs hat schließlich bei Juan Carlos López de Lacalle von Artadi schon lange zur Einsicht geführt, auf die alten Begriffe Crianza und Reserva ganz zu verzichten, da sie lediglich an die Lagerzeit der Weine gebunden waren, Qualität ist damit noch nicht garantiert. Artadi, 2014 vom führenden spanischen Weinführer Guía Peñín zum besten Weingut Spaniens gekürt, erhielt in der neuesten Ausgabe von Robert Parker für alle seine Weine über 92 Punkte bis zu 98 für den außergewöhnlichen Lagenwein El Pison Jahrgang 2015 (2004/100PP).

Das noch jüngere erst 1998 gegründete Weingut Valenciso dagegen schafft es mit dem Château-Konzept „One bodega - one wine - one brand“ unter die 100 besten Rioja-Weine des Meininger-Verlages. Die sympathischen Berzal-Brüder in der Rioja Alavesa hingegen gehen mit dem getrennten Ausbau der autochthonen Rebsorte Graciano neue Wege. Bisher garantierte der Graciano mit seiner Säure als Cuvée-Partner des Tempranillos für die Frische und das Alterungspotential des Rioja. Der reinsortige Graciano von Berzal ist mit seiner delikaten frischen Frucht, seiner Eleganz und mineralischen Länge eine Glanzleistung.