Wall-kommen in der schönen Wallstraße

Wall-kommen in der schönen Wallstraße

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Händler werben gemeinsam
Wall-kommen in der schönen Wallstraße
Etwas überspitzt gesagt, könnte man in der Wallstraße sein Leben verbringen, ohne jemals Wesentliches zu vermissen. Alles, was das Herz begehrt, gibt es in dieser kleinen, netten Gasse, die sich inzwischen ganz schön rausgeputzt hat. Es gibt genügend Ess- in Trinkbares, Künstlerisches, Dekoratives, Schmuck, Schönes aus Wolle, Stoff und Leder, und auch die Haare werden auf Wusch schön gemacht. Kein Ladenlokal steht leer, überall herrscht emsige Geschäftigkeit. Und alle halten zusammen. Sie treffen sich, entwickeln Ideen und haben viel Spaß bei der Umsetzung. Und dabei ist völlig egal, ob jemand wie Rolf Krichel als Alteingesessener den Eckladen bereits in der vierten Generation führt, oder Boris Bernsdorf, der seit 14 Jahren leckere Baguettes verkauft, oder die Frischlinge Lydia Eikenbusch mit ihrem Täschnerhandwerk oder Daniela Pierzchala mit ihrem Café „Lax Legere“. Gestern haben sie grüne Banner in der Straße aufgehängt – an Laternenpfählen und an den Schaufenstern. Mit ihrem gemeinsamen Logo heißen sie die Gäste „Wallkommen“. Später wird auch noch ein entsprechender Banner die Straße an der Schnittstelle mit der Viersener Straße hängen. Die Gestaltung der Außenwerbung stammt von der Hagener Grafikerin Slavi Stoltenhoff. „Die Leute haben immer schon gesagt, dass das eine schöne Gasse ist“, sagt Boris Bernsdorf. „Das bezog sich vor allem auf die Architektur – jetzt ist sie mit Leben gefüllt.“ Wenn an anderen Stellen die Einzelhändler sich als Einzelkämpfer voneinander abschotten, dann ist das an der Wallstraße komplett anders. Hier wird gemeinsam geplant, umgesetzt, gelacht, getrunken, gegessen. „wir schicken uns unsere Kunden gern gegenseitig rüber“, sagt Rolf Krichel. Und tolle Ideen für die Zukunft haben sie auch schon – die freundlichen Händler aus der kleinen Gasse in der Oberstadt. Sie wollen mit ihrem Namen werben denken beispielsweise an Wall-Purgisnach, Good Wall-brations, Karne-Wall – und so weiter und so fort. Sollte einen wundern, wenn da nicht noch viel mehr käme, aus der schönen, neuen Wallstraße.

Stadtgespräch Rheinische Post Samstag, 8. November 2014 von Inge Schnettler